Ayurveda und Spiritualität

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Ayurveda und Spiritualität

22.04.2011 | Hat Ayurveda mit einer bestimmten Konfession zu tun? So mancher Ayurveda-Ausübender kennt diese Fragestellung. Obwohl diese Frage verneint werden kann, ist Spiritualität zweifelsohne ein integrierter Bestandteil des Ayurveda. Von David Batra
 
Spiritualität als Wurzel des Ayurveda

Versucht man die Ursprünge des Ayurveda zurückzuverfolgen, so darf man den Legenden über göttliche Offenbarungen des Wissens an Asketen im Himalaya vertrauen. Dieser Legende nach suchten meditierende Heilige nach den Ursachen von Krankheiten und erhielten in einem höheren Bewusstseinszustand Eingebungen aus dem Kosmos. Die Entstehung der Jahrtausende alten Gesundheitslehre basiert daher schlussfolgernd auf einem spirituellen Hintergrund.

Betrachtet man die Verbreitung des Ayurveda in Europa, so ist auch auffallend, dass vorwiegend spirituell motivierte Bewegungen die Initiatoren für Ayurveda in Europa waren.

Ayurvedische Gesundheit und Spiritualität

In der heutigen Anwendung des Ayurveda lehnt man sich bei der Gesundheitsdefinition stark an Susruta:„Der Mensch wird gesund genannt, dessen Physiologie (Dosha) im Gleichgewicht ist, dessen Verdauung und Stoffwechsel (Agni) gut arbeiten, dessen Gewebe (Dhatu) und Ausscheidung (Mala) normal funktionieren, und dessen Seele, Geist und Sinne sich im Zustand dauerhaften inneren Glücks befinden.“ Susruta betonte demnach neben intakten Körperfunktionen auch das Erreichen von „Sat Chid Ananda“, einem höheren Bewusstseinszustand mit ewiger Glückseligkeit unabhängig von den äußeren Lebensumständen. Dies geschieht durch eine Verbindung mit der höheren Bewusstseinsebene der Glückseligkeit. Führende internationale Ayurveda-Experten wie z.B. Deepak Chopra betrachten die Heilkraft im Bewusstsein (im unsterblichen Selbst) begründet. Der ayurvedische Begriff für Gesundheit lautet „Swastha“, also wörtlich übersetzt, eine Vereinigung der veränderlichen (irdischen) mit der unveränderlichen (geistigen) Ebene. Wahre Gesundheit kann daher nur durch eine Verankerung mit dem inneren Selbst passieren. Durch die heutige sehr stark weltliche Orientierung in der modernen zivilisierten Gesellschaft bleibt das wahre Selbst oftmals verborgen. Aus ayurvedischer Sicht können spirituelle Praktiken wie Meditation, Rezitationen von friedvollen Versen ( Mantren ) oder Gesängen, Yoga oder die Erfahrung von völliger Stille zur Verankerung mit sich selbst beitragen. Manche Ayurveda Gelehrte (Vaidyas) meinen gar, dass jegliche physikalische Therapie ohne Meditation und spiritueller Aktivität des Betroffenen nur einen Bruchteil ihrer Wirkung aufweist.

Spiritualität in der Ayurveda-Heilkunde

Im alten Indien hatte man Krankheit oftmals auf übernatürliche Kräfte zurückgeführt und mittels Klängen, Schwingungen und Ritualen versucht, diese zu vertreiben. Dazu trug man Steine, Amulettes mit heilenden Wirkungen, wiederholte Heilungsmantren (das sind Gebetssilben in Sanskrit zur Förderung der positiven Schwingung), erzeugte Heilklänge mit Instrumenten wie Tabla, Sitar, Bambusflöte oder übte sich im positiven Denken. Auch existierten bestimmte Techniken an Heilmeditationen zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte. Heute bezeichnet man diese Methoden als irrationale in der  Heilkunde des Ayurveda.
Spirituelle Energie ist jedoch auch bei jeder physikalischen Therapie integriert. Jeder Heilungsakt wird laut der Ayurveda-Tradition dem Göttlichen gewidmet. Konkret bedeutet dies, dass vor und nach jeder Behandlung ein Gebet gesprochen bzw. meditiert wird. Oftmals verwendet man hierzu gemäß der vedischen Tradition Heilungsverse, die dem Ayureda Gott „Dhanvantari“ gewidmet sind. Die traditionelle Form des Ayurveda-Pulsfühlens erfordert neben der Feststellung der rationalen Pulseigenschaften schwach, unregelmässig oder beispielsweise lebhaft ein gewisses Ausmaß an Intuition und offene feinstoffliche Körperkanäle.  Sogar in der Ayurveda-Phytotherapie ( Heilung durch Pflanzen ) hat die spirituelle Energie eine Bedeutung. Unter dem Aspekt von „Prabhava“  versteht man die individuelle Persönlichkeit einer Pflanze, also eine Seele der Pflanze, welche auch die Wirkungsweise beeinflusst. Die Pflücker von Ayurveda-Kräutern mussten daher in früherer Zeit immer vor ihrem Akt des Pflückens meditieren bzw. beten, um so die Pflanzen mit einer positiven Energetik zusätzlich auszustatten.

Im Zusammenhang mit der Ayurveda-Ernährung und deren Einfluss auf die psychische Befindlichkeit werden auch göttliche Energien mit einbezogen. Die sogenannte sattvische Ernährung basiert auf Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Lichtenergie, also positiv wirkende spirituelle Energie auf die Psyche. Der komplette Bereich der Ayurveda-Psychologie orientiert sich an spirituellen Denkmustern. Letztlich ist hierbei immer das Ziel, eine vorwiegend sattvische (also klare und reine) Psyche zu erlangen. Beispielsweise bei der Therapie von Depressionen geht es schließlich auch darum, mittels Ernährung, Verhaltensweisen und auch durch spirituellen Praktiken die Lichtenergie zu stärken und dadurch die gottähnlichen Eigenschaften des Menschen zu fördern.
Das Gefühl, Teil eines höheren Ganzen zu sein, ist förderlich für die Heilung und somit für die positive Befindlichkeit eines Menschen.

Ayurveda und Reinkarnation

Laut ayurvedischen Schriften lassen sich die Ursachen von Krankheiten in zwei Aspekte einteilen.

  • Pragya Parad
    (Fehler des Intellekts, also eine nicht unbedingt positiv förderliche Lebensweise für Körper und Geist)
  • Karma 
    (vorgeburtliche Verstöße gegen die Naturgesetze)

Neben quasi selbstverschuldeten Verhalten können auch karmische Ursachen für eine Krankheit verantwortlich sein. Dieses Denkmuster geht von einem vorgeburtlichen Leben aus. Reinkarnation bedeutet, dass die unsterbliche Seele nach dem Tod des Körpers mit dem Karma (Konsequenz aus den Handlungen der Vergangenheit) in einem neuen Körper ins irdische Leben kehrt, solange bis sie Erleuchtung gefunden hat. Gemäß der vedischen Philosophie lässt sich das Ausmaß von karmisch bedingten Krankheiten durch Aufbau eines günstigeren Karmas minimieren.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Ayurveda und Spiritualität ein zusammenhängendes Konstrukt darstellen. Der Ayurveda betont auch, dass Spiritualität eine persönliche Angelegenheit jedes Individuums ist. Folglich kann, meiner Meinung nach, ein Therapeut seinen Klienten nur in der Findung seines individuellen Zugangs zur Spiritualität unterstützen.

Zudem haben spirituelle Anwendungstechniken bei jedem Individuum eine unterschiedliche Wirkung und können daher nicht pauschal für jeden Menschen gleichsam empfohlen werden.

Mag.(FH) David Batra
Reiseleiter spiritueller Gruppenreisen nach Indien, 
familiärer Ayurveda Background
Ayurveda Spezialist, Yogalehrer in der AYURVEDA PRAXIS VINOD BATRA
www.batra.at
E-Mail: batra@nullaon.at
Tel.+43 680 12 16 478

Eine Antwort zu “Ayurveda und Spiritualität”

  1. David sagt:

    Spiritualität ist wichtig.

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