Ayurvedische Ernährung – mehr als asiatische Küche

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Ayurvedische Ernährung – mehr als asiatische Küche

Geschrieben von David Batra |Einblicke, Spa Trends, Wellness & Visionen

Mit einer ayurvedischen Ernährung wird oftmals eine rein asiatische bzw. indische Küche assoziiert, dabei handelt es sich hierbei um eine sehr facettenreiche und stark individuell ausgerichtete Form der Ernährung. Aber worauf basiert tatsächlich das ganzheitliche Ayurveda-Ernährungsprinzip?

Im Groben unterscheidet man zwei Säulen:

1. Die Ernährung richtet sich nach der individuellen Verträglichkeit, dass heißt nach dem Grundtypus und der Verdaulichkeit bestimmter Nahrungsmittel.
2. Allgemeine Ernährungs- und Kochprinzipien, welche auf die internationale Küche anwendbar sind.


Ayurvedisch Kochen © David Batra

Die individuelle Verträglichkeit

Das Prinzip der Ernährung nach persönlichen Bedürfnissen orientiert sich an dem Grundsatz: „Man nimmt ein, was einem fehlt.“

So sind für eine Person mit einem schlanken, feingliedrigen Körperbau („Vata-dominierte Typen“) mit einer gleichzeitig schnellen, wendigen Persönlichkeit nahrhafte, beruhigende, wärmende Nahrungsmittel geeignet. Das sind zum Beispiel Getreide wie Weizen, Dinkel oder Nudeln, Gemüse wie Karotten, Spargel, Mais oder Fenchel, Früchte wie Bananen, Beeren, Äpfel oder Birnen, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen, Sojaprodukte, gebratenes Hühner-, Geflügel- oder Lammfleisch, Meeresfrüchte und Gewürze wie Safran, Bockshornkleesamen, Zimt, Muskat oder Piment. Ebenso ist bei diesem Typus auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Für Typen mit einem eher mittelgroßen, mittelschweren, muskulösen Körperbau („Pitta-dominierte Typen“), welche eher dynamische, durchsetzungsstarke Charakterzüge aufweisen, eignen sich beruhigende, kühlende Nahrungsmittel wie Reis, Amaranth, Couscous, Blumenkohl, Pilze, Paprika, Fenchel, Geflügel- oder Wildfleisch, Süßwasserfisch, Koriander, Kardamom, Hopfen, Gelbwurz, Kartoffeln und süße Früchte wie beispielsweise Melonen oder Feigen. Tendenziell sollte dieser Typus mit Schärfe etwas sparsamer umgehen.

Menschen mit einem robusten, schweren und stabilen Körperbau („Kapha-dominierte Typen“), die geistig über ein ruhiges, liebevolles Gemüt verfügen und Geduld aufweisen, benötigen stoffwechselanregende, wärmende (scharfe) Nahrungsmittel. Hierfür sind vorwiegend Blattgemüse wie Spinat, Spargel, Mangold, Rhabarber, Blattsalate, rote Rüben, Rettich, saure und trockene Früchte wie Beerenobst, Birnen, Kirschen, Trockenobst, Wildfleisch, Garnelen, Hummer und scharfe Gewürze wie Nelken, Ingwer, schwarzer Pfeffer, langer Pfeffer,Cayennepfeffer, Majoran, Rosmarin, Thymian und Safran zu empfehlen.

Allgemeine Ayurveda-Ernährungsempfehlungen

  • Immer erst die nächste Mahlzeit zu sich nehmen, wenn die letzte verdaut wurde. Das heisst, es gibt keine Zwischenmahlzeiten. (Der Richtwert beträgt 3-6 Std. je nach Verdaulichkeit der Nahrung). Dies minimiert die Ansammlung von unverdautem Material (Schlacken) im Körper.
  • Nur maximal 2/3 der Sättigungsmenge einnehmen, sodass ausreichend Energie für die Verdauungskraft übrigbleibt.
  • Gewürze immer zuerst in Fett kurz anrösten. Dadurch entfaltet sich die Heilwirkung besser und die Speisen werden leichter verdaulich.
  • Gewürze und Kräuter können in Anbetracht ihrer Eigenschaften und Effekte zum Ausgleichen der Nahrungsmittel verwendet werden. So weist zum Beispiel Zimt eine erwärmende, verdauungsfördernde und beruhigende Wirksamkeit auf und ist daher für schwere Süßspeisen, Tees, Punsch und Gebäck speziell in der Winterzeit geeignet. Koriander wiederum eignet sich durch die kühlende Wirkung besser für hitzige Tage, speziell für Gemüsegerichte und Backwaren. Kurkuma sollte durch seine blähungswidrige Wirkung in keinem Hülsenfrüchte- und Kohlgericht fehlen.

Fleischkonsum im Ayurveda

Beim Konsum von Fleisch im Ayurveda kursieren unterschiedliche Ansichten. Auf jeden Fall sollte es nicht übermäßig chemisch behandelt worden sein und keiner zu langen Lagerung im Kühlhaus unterliegen. Außerdem spielt hier die Herkunft des Fleisches im Sinne einer artgerechten, ethisch vertretbaren Tierhaltung eine Rolle.

Die Ernährung weist im Spektrum der Ayurveda-Therapien einen sehr hohen Stellenwert auf. Es existiert keine Trennung zwischen Heil- und Nahrungsmittel, sodass eine abgestimmte Ernährung für einen therapeutischen Erfolg oftmals sehr wichtig ist.

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